Schwangerschaft
Liebe Patientin, wurde bei Ihnen eine Schwangerschaft festgestellt? Wir gratulieren Ihnen ganz herzlich dazu und wünschen Ihnen einen guten Verlauf, der mit der Geburt eines gesunden Kindes enden möge! Dabei wollen wir Sie begleiten und Ihnen einige Erläuterungen für die Betreuung Ihrer Schwangerschaft in unserer Praxis geben.
Zunächst erstellen wir für Sie den Mutterpass, der Sie auch bei weiteren Schwangerschaften begleitet. Er enthält wichtige Untersuchungsergebnisse, die wir gemeinsam mit Ihnen zu Beginn ermitteln. Dazu gehören auch Blutuntersuchungsergebnisse (Blutgruppe, Antikörper, Lues-Serologie etc.).
Wir empfehlen Ihnen im Rahmen der ersten Blutuntersuchung auch einen HIV-Test, der Ihnen und Ihrem Kind Sicherheit geben soll. Dazu erbitten wir ausdrücklich Ihr Einverständnis. Das Ergebnis dieses Tests wird nicht im Mutterpass eingetragen.
Im Verlauf der Schwangerschaft werden viele Fragen für Sie auftauchen – scheuen Sie sich nicht, uns persönlich anzusprechen – bei schwerwiegenden Problemen oder größerem Zeitbedarf können wir gerne außerhalb der „Routinesprechstunde“ einen Gesprächstermin vereinbaren.
MEDIKAMENTE, ALKOHOL, NIKOTIN und DROGEN sollten selbstverständlich gemieden werden!
Bestimmte Medikamente haben aber auch in der Schwangerschaft ihre Berechtigung oder Notwendigkeit: Sollten Sie Medikamente verschrieben bekommen haben, muss überprüft werden, ob diese dringend notwendig sind und mit einer Schwangerschaft vereinbar – also unschädlich – sind.
Schilddrüsen- bzw. Jodidtabletten sind in einem Jodmangelgebiet wie Hessen sinnvoll. Ihre Ernährungsgewohnheiten sollten dementsprechend angepasst werden (jodiertes Speisesalz, Fisch etc.).
Ernährung
Folsäure kann in bestimmten Risikofällen sinnvoll sein – ansonsten ist eine ausgewogene Ernährung (Kopfsalat, Spinat, Wirsing, Spargel, Bananen, Apfelsinen etc.) ausreichend. Aber auch bei ausgewogener Ernährung empfehlen wir Ihnen die Zuführung der genannten Stoffe in Form von Tabletten (rezeptfrei in der Apotheke).
Vitaminmangel ist bei hochwertiger Ernährung in Deutschland selten – bei einseitiger Ernährung sollten wir über die notwendigen Nährstoffe sprechen.
Zur Vermeidung von für Ihr Kind schädlichen Erkrankungen sollten Sie in der Schwangerschaft auf Rohmilchprodukte verzichten und alle rohen Gemüse und Salate gründlich reinigen.
Ultraschalluntersuchungen
werden in Deutschland gemäß Mutterschaftsrichtlinien dreimal (9. – 12. SSW, 19. – 22. SSW, 29. – 32. SSW) in der Schwangerschaft durchgeführt. Mit den heutigen Ultraschallgeräten kann man das Ungeborene schon recht genau sehen und beurteilen. Dies gibt Ihnen und uns eine große Sicherheit.
Bedenken Sie jedoch, dass die Beurteilung durch einige Faktoren stark beeinträchtigt sein kann – Dicke der mütterlichen Bauchdecke, Lage des Kindes, Fruchtwassermenge, Lage des Mutterkuchens.
Auch bei aktuell unauffälligen sonographischen Befunden ist eine Entwicklungsstörung bei Ihrem ungeborenen Kind nicht sicher auszuschließen. Bestimmte, zum Glück sehr seltene Fehlbildungen können leider nicht, nicht immer oder nur manchmal entdeckt werden. Bei bestimmten Fragestellungen oder Hinweiszeichen werden wir weiterführende Untersuchungen, z. B. eine Fruchtwasseruntersuchung vorschlagen.
Die Ultraschalluntersuchungen stellen für uns eine ärztliche, diagnostische Maßnahme dar, die auch eine Indikation haben muss – reines Babyfernsehen/3D außerhalb der Mutterschaftsrichtlinien muss privat bezahlt werden. Wenn Sie dies wünschen, sprechen Sie uns an – wir vereinbaren dann einen speziellen Termin.
Vorgeburtliche Diagnostik
(Fruchtwasserpunktion, Amniocentese etc.)
ist nur ganz bestimmten Fragestellungen vorbehalten. Dabei sollte man bedenken, dass durch diese Untersuchungsmethoden auch gesunde Kinder gefährdet werden, da das Eingriffsrisiko nicht unerheblich ist.
Sprechen Sie uns ruhig an wenn Sie glauben, dass bei Ihnen eine vorgeburtliche Diagnostik durchgeführt werden sollte oder Sie es wünschen.
Wir haben einige individuelle Leistungen in der Schwangerschaft für Sie zusammengestellt, die nicht Leistungen in der gesetzlichen Schwangerenvorsorge sind. Lassen Sie sich diese Information in der Anmeldung aushändigen!
