Gebärmutterhalserkrankungen
Der Gebärmutterhals (Cervix uteri) hat zwei verschiedene Zellarten: Plattenepithelzellen an der Oberfläche und Zylinderzellen im Inneren. Beide Zellarten werden beim jährlich vorzunehmenden Abstrich entnommen und vom Zytologen nach Form und Größe beurteilt. Zellveränderungen (Dysplasien – sogenannte Vorstufen) und Krebszellen können dabei erkannt werden.
Gebärmutterhalskrebs
- ist das weltweit zweithäufigste Karzinom
- in Deutschland erkranken 13 – 15 von 100.000 Frauen
- eine verbesserte Frühdiagnostik führte zur Abnahme der Erkrankung
- entsteht überwiegend durch Infektionen mit HPV-Viren
Risikofaktoren
- Infektionen mit HPV (Humane Papilloma Viren)
- häufig wechselnde Sexualpartner
- frühe sexuelle Aktivität
- Rauchen
- Therapie mit Immunsuppressiva
Diagnostik
- jährliche Abstrichentnahme vom Gebärmutterhals und zytologische Beurteilung nach Papanicolaou
- Abstrichentnahme und Thin-Prep Auswertung
- Kolposkopie = mikroskopische Beurteilung des Muttermundes und des Gebärmuterhalses
- Knipsbiopsie bei auffälligen zytologischen oder kolposkopischen Befunden
HPV (Humane Papilloma Viren)
- wird durch Sexualkontakt übertragen
- es gibt mehr als 73 verschiedene Typen (mit hohem und geringem Krebsrisiko; sie können durch einen speziellen Abstrich festgestellt werden
- bei mehr als 40 % aller geschlechtsreifen Frauen sind HPV-Viren nachweisbar
- nur jede 600. Frau mit HPV-Nachweis entwickelt ein Gebärmutterhalskarzinom
- führen auch zu Genitalwarzen (Condylomata acuminata)
Therapie
Abhängig von der Größe und Ausbreitung der Zellveränderungen können durch eine sog. Konisation (Herausschneiden eines Kegels) die veränderten Zellen entfernt werden. Bei fortgeschrittener Erkrankung ist eine Gebärmutterentfernung mit Entfernung des Halteapparates und der Lymphknoten notwendig.
Durch regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen sind diese Operationen immer seltener notwendig.
Deswegen jährliche Früherkennungsuntersuchung und bei Risikofaktoren erweiterte Untersuchungen halbjährig auf eigene Rechnung
- 1. HPV-Test
- 2. Thin-Prep Abstrich
Vorbeugung durch Impfung
Seit 2007 gibt es eine von der STIKO (ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut in Berlin) empfohlene Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Die Grundimmunisierung mit drei Dosen sollte optimalerweise vor der ersten sexuellen Aktivität abgeschlossen sein. Aber auch für Frauen, die älter als 17 Jahre sind, kann die Impfung sinnvoll sein (STIKO).
